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Artikel:Soziale Arbeit - Internationaler Vergleich

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In diesem Artikel wird die Soziale Arbeit im internationalen Vergleich dargestellt. Im internationalen Kontext der Sozialen Arbeit unterscheidet man zwischen internationaler Sozialer Arbeit und interkultureller Sozialer Arbeit.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Deutschland

Die Lehre der Sozialen Arbeit gestaltet sich in Deutschland von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden. In gleichem Maß unterscheidet sich auch das Sozialsystem von Land zu Land durch verschiedene Sozialpolitik. Bildungspolitik ist Sache der Länder, Hochschulpolitik allerdings auch Bundesangelegenheit. Die Fachgebiete werden an allen Fakultäten gelehrt: Geschichte der Sozialen Arbeit, Theorien der Sozialen Arbeit, Methoden der Sozialen Arbeit, Sozialrecht, Organisationslehre, Empirische Sozialforschung. Darüber hinaus gibt es verschiedene Vertiefungsbereiche in aufgaben- oder klientelbezogenen Fachrichtungen (wie deviantes Verhalten, Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Klinische Sozialarbeit etc.). Dies gestaltet sich von Fakultät zu Fakultät sehr differenziert.

Die wissenschaftliche Lehre vereinigt außerdem Erkenntnisse aus anderen Bezugswissenschaften und Sozialwissenschaften, insbesondere der Gerontologie, der Geschichtswissenschaften, der Kulturwissenschaften, der Neurowissenschaften, der Ökonomie, der Pädagogik, der Philosophie, der Politikwissenschaften, der Psychologie und anderer Felder aus der Medizin, des Rechts, der Soziologie und der Theologie. Durch die transdisziplinäre Verschränkung der Betrachtungsebenen der Bezugswissenschaften (Individuen als biologische und psychische Systeme, soziale Systeme, Kultur) erhält sie eine eigene Perspektive auf ihren eigenen Gegenstandsbereich.

Auch die anhaltende mediale Vernetzung hat die Soziale Arbeit erfasst. Einerseits sind die Klientinnen und Klienten der Sozialen Arbeit davon betroffen, anderseits verändern sich im Zuge dieser Entwicklung auch die Arbeitsweisen in der Sozialen Arbeit selbst. Als Antwort auf diese Entwicklung hat sich der Fachbereich Sozialinformatik herausgebildet, der an verschiedenen Hochschulen inzwischen fester Bestandteil des Vorlesungsverzeichnisses ist.

Aus gesellschaftlicher Perspektive ist die Soziale Arbeit eine Institution neben Elternhaus, Schule, Gesundheitswesen, Arbeitsförderung, Polizei und Justiz.

Die klassischen Abschlüsse in der Profession Soziale Arbeit sind Diplomsozialpädagogin/Diplomsozialpädagoge (FH) und Diplomsozialarbeiter/in (FH). Die neue Bezeichnung im Zuge des Bologna-Prozesses ist Sozialpädagogin/Sozialpädagoge/Sozialarbeiter/in (BA). Mittlerweile existieren im Bereich Soziale Arbeit eine Vielzahl von Bachelor- und Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen und Universitäten, mit dem Sommersemester 2007 sind die ersten deutschen Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor für Soziale Arbeit auf den Arbeitsmarkt getreten, wobei alle Hochschulen auf den Bologna-Prozess umstellen, allerdings in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Prioritätensetzungen. Das Bachelorstudium hat im Vergleich zum Diplomstudiengang ein Praxissemester weniger. Modulorientierte Lehrinhalte und ganzheitliche Vermittlungsformen der Lehre spielen, aus der Erwachsenenbildung kommend, zunehmend eine Rolle.

[Bearbeiten] Österreich

In Österreich sind Sozialarbeit und Sozialpädagogik in der Ausbildung getrennt. Im Laufe der Geschichte haben beide Berufsgruppen gewisse Bereiche für sich beansprucht, und so können i. d. R. beispielsweise Sozialpädagogen nicht am Jugendamt tätig werden und Sozialarbeiter nicht in der stationären Jugendwohlfahrt. Generell gibt es jedoch eine starke Überlappung in den Handlungsfeldern.

Betrachtet man die Geschichte der Praxis der Sozialen Arbeit, so lässt sich erkennen, dass es sehr wohl Arbeitsfelder mit hohen pädagogischen Anteilen gibt, welche dann unter der Überschrift „Sozialpädagogik“ zusammen gefasst werden, und Arbeitsfelder mit geringen pädagogischen Anteilen, welche als „Sozialarbeit“ bezeichnet werden. Beide Arbeitsfelder treten in unterschiedlichen Situationen und Altersklassen auf. So stützt sich die Sozialpädagogik in ihrem Handeln vor allem auf Kinder und Jugendliche, wohingegen die Sozialarbeit oft im Bereich der Lebenshilfe für Erwachsene angesiedelt wird.

Charakteristikum für die Sozialpädagogik stellt grundsätzlich die Fürsorge dar. Als bedeutendste Institution gilt das Heim. Die grundlegenden Aufgabenbereiche der Sozialpädagogik finden sich in Schutz, Pflege und Beratung von Betroffenen. Da die Gesellschaftsrealität mit all ihren Stärken und Schwächen notwendigerweise immer zum Gegenstand der sozialpädagogischen Theorie wird, heißt es, von Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen ginge die heftigste Gesellschaftskritik aus.

Die Ausbildungen für Sozialarbeit sind als Studiengänge an Fachhochschulen organisiert, z. B. an der Fachhochschule Salzburg. Die Ausbildung schließt mit Magister (FH), oder nach der Umstellung im Zuge des Bologna-Prozesses mit Bachelor ab.

Die Ausbildung für Sozialpädagogik ist als 10-semestrige sekundäre Ausbildung und als Kolleg organisiert. Standorte sind Baden, St. Pölten, Stams, Linz, Graz und Wien. In Graz wird zudem ein eigener Magistra- bzw. Magisterstudiengang für Sozialpädagogik an der Karl-Franzens-Universität angeboten.

[Bearbeiten] Schweiz

Sie gliedert sich in drei Bereiche Sozialarbeit, Sozialpädagogik und soziokulturelle Animation. Die Lehre der Sozialen Arbeit wird an Fachhochschulen mit dem Bachelor abgeschlossen. 1995 wurden nach dem früheren System 725 Diplome erteilt, die sich auf die verschiedenen Fachrichtungen wie folgt verteilten: 404 Sozialpädagogik, 224 Sozialarbeit, 19 Doppeldiplome SA/SP und 80 Soziokulturelle Animation. Die Ausbildung kann in einem Vollzeit- oder Teilzeitstudium, dann häufig berufsbegleitend, absolviert werden und dauert in der Regel drei bzw. vier bis fünf Jahre. Sie umfasst mindestens 5'400 Lektionen, davon mindestens 1'500 in der Praxisausbildung. Es gibt zahlreiche Eignungsabklärungen bei der Aufnahme zum Studium. Das Mindesteintrittsalter liegt bei 20 Jahren. Der Anteil von ausländischen Studenten und Stundentinnen liegt in der Schweiz bei ca. 5 Prozent deutlich unter dem ausländischen Bevölkerungsanteil von 18 Prozent. Das Studium wird mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen. An der BFH und an der ZHAW wird z. B. ein sogenannter generalistischer Studiengang angeboten, der alle drei Bereiche umfasst. Der verliehene akademische Grad nach Abschluss des Studienganges ist Bachelor of Science (BSc)/ Bachelor of Arts (BA) Soziale Arbeit.

[Bearbeiten] Großbritannien

Bis die Sozial Arbeit Ende des 19ten Jahrhunderts in den Slums von London erfunden wurde, gab es nur einige Erlasse, auch „Armengesetze“, mit Anordnungen zu Armut, Alter und psychischer Krankheit. Diese Erlässe waren mehr oder weniger aus der Unfähigkeit der Kommunen, etablierten Kirchen und Klöster entstanden, weiterhin Armenunterstützung zu gewährleisten. Die Friendly Societies, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, „Oktavia Hill“ und die „Charity Welfare Organisation“ (COS), sind nur einige markante Punkte in der Geschichte der Sozialarbeit Großbritanniens.

Das Verständnis der Sozialen Arbeit in Großbritannien beruht auf der Anerkennung des Britischen Sozialstaates, der Ende des Zweiten Weltkrieg erfunden wurde. Er wollte die Hauptprobleme: Armut, Krankheit, Verwahrlosung, mangelnde Bildung, Beschäftigungslosigkeit und mangelnde Arbeitsmoral in Angriff nehmen. 1946 führte der Curtis Report über Waisenkinder ein Verständnis für die Bedürfnisse von den wirklichen Bedürfnissen von Kindern und begründete die soziale Arbeit mit Kindern in Großbritannien. Sozialarbeiter in Großbritannien erlangt man über das Diploma in Social Work. Dies bedeutet im Normalfall zwei Jahre Studium an einer Universität, entweder auf einem undergraduate oder einem postgraduate level, was vergleichbar mit Bachelor und Master ist. Oft ist das Diploma in Social Work eingebunden in ein drei- oder vierjähriges Studium z. B. in Sozialarbeit, Sozialpolitik oder Angewandte Soziale Studien. Vor Ende des Jahrtausends war allerdings ein Rückgang der studierenden Zahlen in Sozialer Arbeit zu verzeichnen. Ein Grund dafür ist sicher eine Veränderung der Hochschulfinanzierung, welche hohe Kosten für Studenten und Verschuldung durch ein Studium brachten. Die Studienlänge wurde zudem erhöht. Auch inhaltlich wird die Ausbildung in dieser Zeit überarbeitet, insbesondere die Bereiche Kinderpflege und psychische Gesundheit. Seit 1992 besteht das Institute of Health and Community Stuies an der Universität Bournemouth, dass fünf akademische Bereiche abdeckt: Krankenpflege (Nursing), Hebammenausbildung (Midwifery), Sozial- und Gemeinwesen (Social and Community Studies), allgemeine soziale Praxis (General Practice) und Forschung und Beratung (Research and Consultancy).

Durch die Einführung des Bachelor in Sozialer Arbeit wird nun sowohl eine akademische, als auch ein berufliche Qualifikation angeboten, der nach zwei von drei Jahren, zur Erlangung des Diplom für Sozialer Arbeit führt. Der Social Work Degree bietet Studierenden die Chance, sich mit der Philosophie sozialer Arbeit auseinanderzusetzen, um eine professionelle Identität zu entwickeln und Wissen und Fertigkeiten zu erlangen, die für eine Tätigkeit im Rahmen der britischen Sozialgesetze notwendig sind. Ferner werden die Studierenden befähigt sich kritisch mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Benachteiligung auseinanderzusetzen und Forschungsergebnisse im Bereich der sozialen Arbeit auf die Praxis anzuwenden. Während des Studiums absolvieren die Studenten zwei Vollzeitpraktika, die durch Praxisanleitung begleitet werden. Diese werden im staatlichen Sektor oder in einer Vielzahl unabhängiger Einrichtungen abgeleistet.

[Bearbeiten] China

Die universitäre Ausbildung zur Sozialen Arbeit als Wissenschaft besteht in China schon seit den 20er und danach wieder in den 1950er Jahren. Einige Absolventen, die in Europa oder den USA studiert hatten, bauten schon in den 20er Jahren die Fakultäten „Soziologie und Soziale Dienstleistungen“ an der Beijing Yanjing Universität, „Soziale Arbeit“ an der Nanjing Jingling Universität für Frauen und „Soziale Wohlfahrt und Administration“ an der Nanjing Jingling Universität, sowie „Sozialmanagement“ an der Suzhou Akademie für Soziale Erziehung auf. Durch den Krieg stagnierte die Entwicklung der Studiengänge. 1952 wurden die Studiengänge „Soziologie“ und „Soziale Arbeit“ abgeschafft. Damit war die Ausbildung über 30 Jahre im sozialwissenschaftlichen Bereich unterbrochen. Nur über die Kaderakademien des Ministeriums für Zivilangelegenheiten und der Massenorganisation bestand eine Ausbildung für eine Tätigkeit im chinesischen Sozial- und Wohlfahrtswesen. Ende der 1980er erkannte das Ministerium, dass es eine erneuten Professionalisierung der Sozialen Arbeit bedarf. Nachdem man sich international beraten ließ, entschloss man sich unter Bewilligung der nationalen Bildungskommission das Studienfach „Social Work and Administration“ (shehui gonzuo yu guangli zhuanye) an der Beijing Universität, später auch an der Jinling Universität und der Xiamen Universität zu gründen. Seitdem lehrt man die Soziale Arbeit als Wissenschaft an drei verschiedenen Institutionen: an den Kaderschmieden der Kommunistischen Partei und Jugendliga, an Kaderschmieden des Ministeriums für Zivilangelegenheiten und an allgemeinen Hochschulen und Universitäten. Das „China College for Youth Politics“ (zhongghuo qingnian zhenshi xueyuan)(die ehemalige Kaderakademie der kommunistischen Jugendliga) hat 1993 die erste Fakultät „social work“ in China nach dem Krieg gegründet. Sie ist heute größte Ausbildungsstätte in der Sozialen Arbeit. bis 2004 hatten dort 455 Sozialarbeiter/innen einen Bachelor-Abschluss erworben. Mittlerweile gibt es an knapp 100 Akademien, Hochschulen und Universitäten Sozialarbeiter/innen oder verwandte Professionen. An insgesamt 79 Universitäten finden achtsemestrige Studiengänge statt mit Bachelorabschluss. An einigen Universitäten gibt es eine eigene Fakultät „Soziale Arbeit“, häufiger ist sie allerdings zusammen mit „Soziologie“ in einer Fakultät.

[Bearbeiten] USA

Viele Bereiche der Sozialen Arbeit sind in der Geschichte der Sozialen Arbeit gerade in Amerika entwickelt und weiter entworfen worden, so die moderne Gemeinwesenarbeit und die Gruppentheorien der sozialen Gruppenarbeit. In den USA ist das Studium der Sozialen Arbeit genauso differenziert wie in Deutschland. Allerdings sind die Hochschulen dort von vornherein beeinflusst durch das amerikanische Hochschulsystem eher spezifiziert. So sind manche Hochschulen schon auf gewisse Gruppen von Adressatinnen bzw. Adressaten spezifiziert.

[Bearbeiten] In der Entwicklungshilfe

Gerade innerhalb der internationalen Sozialarbeit sind viele Sozialarbeiter/innen auch in der Entwicklungshilfe in Entwicklungsländern tätig. Die Problemfelder reichen von Straßenkinderprojekten in brasilianischen Favelas bis zu Brunnenbauprojekten in Indien oder Afrika. Der Schwerpunkt ist hier in der Projektarbeit.



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