Mai 2016 – 7 Jahre Fundraising-Wiki

Artikel:Provision

Aus Fundraising-Wiki

(Weitergeleitet von Provision)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Provisionen im Fundraising sind eine erfolgsabhängige Bezahlung von Fundraisern. Sie gelten als ethisch besonders fragwürdig, sind jedoch ein häufiges Vergütungsmodell für Fundraisingagenturen und Direktvermarkter. In der Regel wird hierbei ein bestimmter Prozentsatz (meist 5 - 7%) der Spende an den Dienstleister abgeführt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vor- und Nachteile

Für die spendensammelnde Organisation ergibt sich aus Fundraising auf Provisionsbasis der Vorteil, dass sie ihr finanzielles Risiko minimiert und die Investitionskosten an den Dienstleister weitergibt. Dieser steht nun allerdings unter erhöhtem Druck ein gutes Ergebnis erreichen zu müssen und gibt den Druck ggf. an potentielle Spender weiter. Da der Fundraiser das Risiko trägt, bestimmt er häufig auch über die Methoden der Spendensammlung und Werbedarstellung der Organisation.

In der Regel sind Spender nicht darüber nicht informiert, dass ein Teil ihrer Spende bei einer kommerziellen Firma oder einem einzelnen Fundraiser landet. Provisionszahlungen gehen somit häufig mit mangelnder Transparenz einher. Besonders kritisch werden sie gesehen, wenn die Provision nach oben hin nicht gedeckelt sind.

[Bearbeiten] Standards

Provisionszahlungen sind sowohl national als auch international umstritten. In den Leitlinien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), wird Fundraising auf Provisionsbasis grundsätzlich ausgeschlossen. Auch die Evangelische Allianz (ead), sowie die Berufsverbände swissfundraising und der ‚Europäische Verband der Berater für Gemeinnützige Organisationen’ lehnen Provisionszahlungen an Fundraiser und Direktvermarkter ab. Der Deutsche Fundraising Verband (DFRV) unterstützt zwar das Bestreben weltweite Standards fürs Fundraising zu schaffen, legt die Formulierung wonach „Fundraiser keine Kommission oder Provision in einem prozentualen Verhältnis zu eingeworbenen Mitteln vereinbaren sollten“ jedoch nicht als allgemeingültige Standesregel aus. Im Kodex heißt es: „Eine Vergütung überwiegend prozentual ohne Begrenzung zum Spendenerfolg und zu akquirierten Zuwendungen lehnen wir ab.“

[Bearbeiten] Beispiel

Besonderes Aufsehen erregte die Anfang 2008 bekanntgewordene Zahlung von Provisionen im Fall des UNICEF in Deutschland. Hier erhielt ein einzelner Fundraiser 6% einer Großspende der Firma Lidl. Die Lidl-Geschäftsführung erklärte nach Bekanntwerden der Zahlung von einer halben Million Euro, wenn man gewusst hätte, dass davon 30.000 Euro in die Taschen des Vermittlers fließen würden, hätte man die Spende nicht getätigt. Die bundesdeutsche Sektion des Kinderhilfswerks verlor daraufhin das DZI Spenden-Siegel. Dieser Vorfall hat dem Dritten Sektor, insbesondere dem spendensammelnden Organisationen (NPOs) nachhaltigen Imageschaden zugefügt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Kai Fischer: Provisionen - Der Fluch im Fundraising. In: Fundraising Professionell. Nr. 1, April 2008, Deutscher Fundraising Verband e. V., ISSN 1861-0218, S. 34-42 (PDF-Datei; 268 kB)

Fundraiser

Fundraising Akademie

fundraising-bookmarks

FUNDRAISINGTAGE

Fundraising %26 Sozialmarketing

Soziales InterNet Netz (SINN-X)

Stiftung %26 Sponsoring

united communications