Mai 2016 – 7 Jahre Fundraising-Wiki

Konzept zur Förderung der Transparenz bei kleinen spendensammelnden Organisationen/ Transparenz - Voraussetzungen

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Transparenz

Nachdem im Abschnitt 2 geklärt wurde, was Transparenz im Allgemeinen bedeutet und an welche Organisationen sich die Erkenntnisse dieser Arbeit richten, wird in diesem Abschnitt darauf eingegangen werden, welche Voraussetzungen zur Erreichung von Transparenz erfüllt sein müssen, wer Adressat ist und welche Informationen dabei an welcher Stelle vermittelt und dargestellt werden sollen.

Voraussetzungen

In diesem Abschnitt werden die Voraussetzungen für Transparenz bei kleinen spendensammelnden Organisationen dargelegt. Im Rahmen der folgenden Abschnitte werden sie aufgegriffen und weiter in Bezug auf ihre praktische Bedeutung vertieft.

Wie bereits im Abschnitt 2.1 erläutert, bedingt Transparenz, daß die vorhandenen Auskünfte, also Informationen, deutlich, verständlich und erkennbar dargestellt werden müssen. Dies wird zum einen durch eine Vereinfachung mit Hilfe der Zusammenfassung von Sachverhalten, zum anderen durch eine vereinheitlichte Darstellung in Bezug auf Inhalt und Form, erreicht.

Es muß dabei gewährleistet sein, daß möglichst viele Personen, also eine breite Öffentlichkeit, in die Lage versetzt sind, die Informationen gemäß der obigen Forderungen nachzuvollziehen.

Angaben die notwendig sind, diesen Anforderungen gerecht werden zu können, sind als Pflichtauskünfte zu bezeichnen. Hinsichtlich deren Veröffentlichung bleibt einer Organisation, die sich transparent darstellen möchte, keine Wahl. Bei Auskünften hingegen, die individualisiert und auf einen bestimmten Adressaten fokussiert sind, hat die Organisation durchaus einen Ermessensspielraum bezüglich der Veröffentlichung, bzw. Herausgabe der Daten. Allerdings sollten die Gründe für eine ausbleibende Darstellung ausschließlich zu hohem personellen, zeitlichen und somit finanziellen Aufwand bei der Zusammenstellung zuzurechnen sein.

Eine notwendige Bedingung ist, daß die Organisationen tatsächlich den Willen haben, die Informationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten darzustellen und zu vermitteln. Es besteht hierbei ein enger Zusammenhang zur „Institutional Readiness“[1], einer Organisation, wobei deren Vorhandensein lediglich eine hinreichende Bedingung darstellt.

Unerläßliche Voraussetzung ist weiterhin, daß die Informationen bei allen Organisationen nach den gleichen Methoden ermittelt werden und sie somit zweifelsfrei zu interpretieren und zu verstehen sind. Es ist dabei unerheblich, ob die angewandten Methoden an sich sinnhaft sind oder nicht. Es ist vielmehr wichtig, daß ein Konsens bezüglich deren Anwendung besteht. Aufgabe kleiner Organisationen ist lediglich, die richtige Anwendung der Methoden sicherzustellen und nicht, deren Entwicklung zu betreiben.

Eine elementare Voraussetzung ist auch, daß die transparente Darstellung von Informationen einem definierten Format[2] folgt. Zum einen, um die Wiedererkennbarkeit über verschiedene Jahre zu erhöhen sowie zum anderen die Konsistenz und somit Einfachheit zu gewährleisten. Dies erleichtert das Verständnis für Dritte deutlich, gerade wenn diese ungeübt und zudem nicht alltäglich mit diesen Informationen konfrontiert sind. Zudem darf keine Individualisierung der Darstellung erfolgen, um nicht von vornherein bestimmte Gruppen von Informationsempfängern auszuschließen. Es müssen möglichst viele mit der transparenten Darstellung des Handelns der Organisation erreicht werden können. Es muß deswegen sichergestellt sein, daß man auch ohne spezielle Vorkenntnisse, also als Laie, die Auskünfte und Angaben zu verstehen und nachzuvollziehen vermag.

Aus dem im vorhergehenden Absatz benannten Grund kann es sich bei den Informationen vornehmlich um Basisinformationen handeln, welche die bei der Organisation vorliegenden Verhältnisse zusammenfassend darstellen.

Es muß unbedingt eine Kennzeichnung geben, wann die Informationen aktualisiert wurden und wie aktuell sie jeweils sind. Eine Fortschreibung sollte, abhängig von der Art der Auskünfte, auch unterjährig, mindestens aber einmal im Jahr erfolgen. Einmal im Jahr zum Stichtag des Wirtschaftsjahresendes sollte die Organisation ein „Transparenzdossier“ erstellen, das alle auf der Website dargestellten Informationen enthält. Die Veränderungen, die innerhalb des Wirtschaftsjahres stattgefunden haben, werden dabei kommentiert, um möglichst eine reine Stichtagsbetrachtung zu vermeiden und so einen Bericht über den Jahreszeitraum zu erhalten.

Es besteht zudem auf Seiten der Organisationen eine Bringschuld hinsichtlich der Auskünfte. Essentiell ist in diesem Zusammenhang auch, das die Informationen nicht veränderbar sind, bzw. sofern sie einen begrenzten Zeitraum betreffen, nachträglich nicht veränder- oder entfernbar sind. Generell dürfen Änderungen und Fortschreibungen nur in allgemein nachvollziehbarer Weise erfolgen können.

Die Informationen sollten mit der Veröffentlichung im Internet, unter Verwendung geeigneter Lizenzen, zu freien Inhalten werden. Dies deshalb, damit die Daten für Auswertungs- und Forschungszwecke verwendet und weitergegeben werden können. Da die Organisationen die Zuwendungen ohne direkte Gegenleistung erhalten, ist es angemessen, dies zu tun. Es darf nicht vergessen werden, das nicht nur die Organisationen alleine für die Transparenz ihres Handelns verantwortlich sind. Diese Verantwortung sollte von der interessierten Öffentlichkeit eingefordert und kommentiert werden. Wünschenswert ist also auch, daß diese den Willen hat, sich die erforderliche Kompetenz anzueignen, um ggf. zusätzlich in einen kritischen Dialog mit den Organisationen des Non-Profit-Sektors eintreten zu können. Mit diesem kritischen Dialog ist zum einem die Kontrolle und Hinterfragung der Transparenz im Zusammenhang mit der betroffenen Organisation gemeint, aber auch die Rückmeldung und der Diskurs bezüglich der Informationen, die von allgemeinem Interesse sind, wenn es um Transparenz geht.



  1. „Insitutional Readiness“ ist als emotionale und kognitive Bereitschaft in einer Organisation zu verstehen, sich mit den Voraussetzungen (Klarheit über Leitbild und Ziele, Prozesse und Strukturen) für erfolgreiche Fundraisingarbeit auseinanderzusetzen. Vgl. SCHULZ, L: Institutional Readiness. In: Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden. Wiesbaden 2008. S. 97ff.
  2. Damit ist die Verwendung bestimmter Diagrammtypen bei einzelnen Sachverhalten gemeint, nicht aber deren konkrete grafische Gestaltung.

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