Mai 2017 – 8 Jahre Fundraising-Wiki

Konzept zur Förderung der Transparenz bei kleinen spendensammelnden Organisationen/ Transparenz - Empfänger

Aus Fundraising-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfänger

In diesem Abschnitt werden die Entscheidungsträger, die die Empfänger der bereitzustellenden Informationen sind, eingehend betrachtet.

Dabei wird nach Art der zu vergebenden Fördermittel differenziert. Dies deshalb, da sich eine kleine spendensammelnde Organisation primär aus Einnahmen im ideellen Bereich finanzieren wird. Darunter fallen Spenden, Stiftungsmittel und Mittel der öffentlichen Hand sowie Bußgeldzuweisungen. Das Sponsoring, das je nach vorliegendem Sachverhalt, entweder dem ideellen Bereich oder dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen ist, kann auch einen guten Beitrag bei der Finanzierung einer Organisation spielen. Erbschaften werden dagegen eine untergeordnete Rolle spielen, da in deren Fall keine planbare Regelmäßigkeit hinsichtlich der zu erreichenden Einnahmen möglich ist, gleich ob man sich als kleine spendensammelnde Organisation mit dem Thema intensiv befaßt oder nicht. Auch die Vermögensverwaltung sowie der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb haben sicherlich aufgrund der Organisationsgröße zumeist eine nachrangige Bedeutung, wobei Ausnahmen durchaus denkbar sind.

Spenden

Spenden werden weitaus überwiegend von einer Vielzahl[1] natürlicher Personen, aber auch von juristischen Personen getätigt. Die Maßnahmen zur Schaffung von Transparenz müssen somit in jedem Fall auf die Bedürfnisse dieser beiden Gruppen ausgerichtet sein, primär der erstgenannten.

Die Entscheidung über eine Spende wird dabei zumeist von einer Person oder einer Gruppe weniger Personen getroffen. Dies bedeutet, daß für Recherche und Auswahl des Zuwendungsempfängers nur begrenzte Zeit zur Verfügung steht, in der eine Beurteilung getroffen wird. Die relativ geringe Höhe einer Durchschnittsspende von gut 33 EUR und nur wenigen Spenden über 108 EUR stützt diese Vermutung zusätzlich. Je kleiner die Spende ist, desto geringer wird der Aufwand sein, den man bei der Recherche betreiben wird.

Zudem wird der Anteil der Personen unter den Entscheidungsträgern, welche die Kompetenz haben, in kurzer Zeit die verfügbaren Informationen zu erfassen und angemessen zu interpretieren, begrenzt sein. Dies ist zuletzt auch der Tatsache geschuldet, daß eine derartige Entscheidung nicht alltäglich zu treffen ist und daher Übung sowie Erfahrung erfordert.

Beides bedeutet, daß die Informationen strukturiert, klar und übersichtlich dargestellt sein müssen und außerdem leicht zu finden sind. Eine Individualisierung der Darstellung ist hier nicht möglich und auch nicht zweckmäßig. Diese Bedingungen decken sich mit den Anforderungen, die der Begriff Transparenz an eine Organisation stellt.

Stiftungsmittel

Im Fall der Vergabe von Stiftungsmitteln wird die Entscheidung zumeist von einer oder wenigen Personen vorbereitet sowie von einer oder wenigen Personen entschieden. Dabei orientiert sich die Stiftung an den Informationen, die unmittelbar von der mittelbeantragenden Organisation bereitgestellt werden. Diese werden zumeist mit Antragsformularen standardisiert abgefragt und unterscheiden sich von Stiftung zu Stiftung, was deren Bedarf bezüglich Umfang und Art anbetrifft. Dabei geht der erwünschte Informationsumfang in der Regel über das hinaus, was beispielsweise ein durchschnittlicher Spender benötigt, um seine Entscheidung treffen zu können. Grund hierfür ist, daß hier der Förderbetrag höher ist als der Betrag einer großen Spende.

Auch hier müssen die Informationen strukturiert, klar und übersichtlich dargestellt werden, allerdings in individualisierter Form. Es zwingen dabei alleine schon die Antragsformulare zwangsläufig dazu, diesem Erfordernis zu genügen. Hingegen entsprechen die Art sowie der erweiterte Umfang der bereitzustellenden Informationen nicht den Anforderungen, welche die mit dieser Arbeit verstandene Transparenz an eine kleine spendensammelnde Organisation stellt. Zudem ist der Adressatenkreis zu klein, um ihm mit allgemein mit Informationen gerecht werden zu können.

Es ist davon auszugehen, daß die Informationen, die den Spendern zur Schaffung von Transparenz gegeben und dargestellt werden, im Rahmen der Prüfung des Antrages durch die Stiftung zusätzlich zur Kenntnis genommen werden. Allein deren Vorhandensein dürfte die Prüfung positiv beeinflussen. Darüber hinaus können die Informationen zusätzlich auch der Gegenprobe hinsichtlich deren inhaltlicher Konsistenz dienen.

Mittel der öffentlichen Hand

Grundsätzlich treffen die Grundaussagen, die bezüglich der Vergabe von Stiftungsmitteln getroffen wurden, ebenso auf die Vergabe von Mitteln der öffentlichen Hand zu. Auch hier gibt es einen oder wenige Entscheidungsträger sowie standardisierte Verfahren zur Beantragung und Abfrage benötigter Informationen, die individualisiert aufbereitet werden müssen.

Es ist davon auszugehen, daß im Rahmen der Antragsprüfung lediglich die eingereichten Unterlagen gesichtet und bewertet werden. Die Transparenz im Sinne dieser Arbeit scheint daher nicht direkt notwendig zu sein, sie ist allerdings die unabdingbare Basis für die Dokumente und Unterlagen, die im Rahmen der Antragstellung eingereicht werden und daher unverzichtbar.

Sponsorengelder

Die Entscheidung über die Gewährung von Sponsorengeldern unterscheidet sich von den anderen hier beschriebenen. Die Entscheidung wird hierbei zwar von einer oder wenigen Personen getroffen, allerdings wird eine Vielzahl von Personen die Entscheidung verstehen bzw. einschätzen wollen. Ziel des Sponsorings ist aus Sicht des Sponsors die Erreichung eines positiven Imageeffektes bei einer möglichst hohen Anzahl von Geschäftspartnern und Kunden. Insofern ist es unerläßlich, daß diese sich einen Überblick über die Organisation verschaffen können, mit der er die Partnerschaft eingegangen ist.

Was die Anbahnung einer Partnerschaft beim Sponsoring angeht, so wird die Vorgehensweise eher der einer Stiftung entsprechen und erfordert eine individualisierte Darstellung der Transparenz. Dennoch entsprechen die Anforderungen an Transparenz aufgrund der wesentlich höheren Zahl an Personen, die als Zielgruppe durch den Sponsoren erreicht werden soll, denen der Spender. Die Informationen müssen also strukturiert, klar und übersichtlich dargestellt und leicht auffindbar sein.

Bußgeldzuweisungen

Die Grundaussagen, die über die Entscheidungsfindung in puncto Spenden getroffen wurden, gelten auch in Bezug auf die Vergabe von Zuweisungen. Die Entscheidung trifft letztlich der urteilende Richter, wobei auch die an den jeweiligen Verfahren beteiligten Staats- und Rechtsanwälte mit zu berücksichtigen sind. Die Entscheidung ist hier aufgrund des Bildungsstands des beteiligten Personenkreises weniger ein Problem der Kompetenz denn eines zeitlicher Restriktion angesichts beruflicher Begebenheiten.

Dies bedeutet auch hier, daß die Informationen strukturiert, klar und übersichtlich dargestellt sein müssen und zudem leicht gefunden werden müssen. Es werden daher die gleichen Anforderungen an Transparenz gestellt.

Erbschaften

Die Entscheidung über Erbschaften wird üblicherweise von einer oder bei Partnern von zwei Personen getroffen. Welche, bzw. ob Auskünfte hier bei der Entscheidungsfindung eine bedeutsame Rolle spielen, ist sehr individuell und emotional ausgeprägt, z. B. aufgrund persönlicher Betroffenheit oder besonderem Interesse. Ich denke, daß eine Organisation, die sich transparent verhält und somit einen vertrauenswürdigen Eindruck macht, eine wesentlich höhere Chance hat, mit einer Erbschaft bedacht zu werden. Eine individualisierte Bereitstellung von Informationen zur Erzielung von Transparenz ist daher nicht notwendig. Vielmehr können die für die Spender und Bußgeldzuweiser zusammengestellten Informationen als Basisinformationen im Fall einer Nachfrage nach detaillierteren Auskünften betrachtet werden.



  1. Vgl. Abschn. „2.2 Kleine spendensammelnde Organisation“.

Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Der Inhalt dieser Seite steht unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“.

Fundraiser

Fundraising Akademie

fundraising-bookmarks

FUNDRAISINGTAGE

Fundraising %26 Sozialmarketing

Soziales InterNet Netz (SINN-X)

Stiftung %26 Sponsoring

united communications