Mai 2017 – 8 Jahre Fundraising-Wiki

Konzept zur Förderung der Transparenz bei kleinen spendensammelnden Organisationen/ Schlußbetrachtung

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Schlußbetrachtung

Ein generelles Problem im Zusammenhang mit der Entwicklung und Schaffung eines Standards, gerade wenn es sich um nicht exakt ermittelbare Sachverhalte wie Transparenz handelt, besteht stets darin, daß man nicht allen Beteiligten gerecht werden kann. Daher muß es einen Standard geben, der möglichst vielen Beteiligten gerecht wird, den Förderern oder denjenigen die Förderer werden wollen, den Non-Profit-Organisationen sowie der Gesellschaft insgesamt. Ich denke mein Vorschlag kann genau dies erreichen.

Die Praxis bietet eine Vielzahl von Begebenheiten und Konstellationen (bspw. bei Beantragung und Einsatz von zweckgebundenen Fördergeldern oder bezüglich der Umsetzung steuerrechtlicher Erfordernisse), in denen sich das Handeln fast zwangsläufig in Grauzonen bewegt. Dieses Problem läßt sich nur auf zweierlei Weise lösen: Entweder man versucht die Rahmenbedingungen für das Handeln so zu verändern, daß der gewollte Standard problemlos eingehalten werden kann oder man versucht den Standard zum Umgehen, was wiederum Intransparenz erfordert.

Ziel kann aber nur transparentes Handeln, also der erstgenannte Problemlösungsweg sein. Dieser Konflikt läßt sich aktuell häufig nicht auflösen, so daß, um im Beispiel zu bleiben, auch Änderungen der Förderstrukturen notwendig sind oder steuerrechtliche Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gestellt werden müssen, um ihn von vornherein zu vermeiden. Wird hierzu nichts unternommen, wird es jede Initiative und jeder Vorschlag schwer haben, auch der in dieser Arbeit dargelegte, breite Wirkung zu entfalten. Es gibt Informationsempfänger, z. B. Stiftungen und Sponsoren, die Umfang und Darstellung der Transparenz, die mit dieser Arbeit vorgeschlagen wurde, für unzureichend halten werden. Sie benötigen individualisierte und detaillierte Informationen, gerade hinsichtlich der Finanzdaten, um das Handeln der betreffenden Organisation bewerten zu können. Um diese Bedürfnisse abdecken zu können, wird die Organisation weitere Informationen zusammenstellen müssen. Die Schaffung derartiger Transparenz ist aber, im Gegensatz zu der hier vorgeschlagenen Transparenz, die einen Pflichtumfang darstellt, meiner Meinung nach freiwillig. Die Konsequenz liegt „lediglich“ im Verzicht auf entsprechende Fördergelder und Zuwendungen.

Die Zusammenstellung der hier vorgeschlagenen Pflichtinformationen, die den als ausreichend zu betrachtenden Grundinformationsbedarf zur Transparenz abdecken, stellt meiner Meinung nach für kleine spendensammelnde Organisationen in puncto Kompetenzerfordernis und Zeiteinsatz keine Überforderung dar. Die meisten Informationen können aus Unterlagen entnommen werden, die so und so vorhanden sind (z. B. die Satzung oder diverse Bescheide) oder erstellt werden müssen (bspw. der Bericht zum Jahresabschluß für die Finanzbehörden). Da die Informationen kontinuierlich fortgeschrieben werden sollten, können die Auskünfte quasi nebenher erstellt werden. Ein weiterer Anreiz besteht darin, daß die Darstellungen auch für die Website der Organisation oder andere Informationsmaterialien verwendbar sind. Daher sollte jede Organisation nicht nur in der Lage sein, diesem Vorschlag zur Transparenz folgen zu können, sondern auch deutliche Vorteile darin erkennen können.

Was die Informationsbereitschaft der Organisationen angeht, so sollte diese kein Problem darstellen. Bis auf die geforderte Angabe der Großspender, seien es nun natürlich oder juristische Personen sowie der Dienstleister, die im wesentlichen Umfang für die Organisation tätig werden, sehe ich keine Auskünfte, die vorderhand ungern offengelegt werden könnten. Aber hier sehe ich, weder aus Sicht des Förderers noch aus Sicht der Organisation Gründe, die letztlich dagegen sprechen können.



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