Mai 2017 – 8 Jahre Fundraising-Wiki

Konzept zur Förderung der Transparenz bei kleinen spendensammelnden Organisationen/ Grundlagen

Aus Fundraising-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Grundlagen

Die Begriffe Transparenz sowie kleine spendensammelnde Organisation sind Basisbegriffe dieser Arbeit und werden im Folgenden erläutert.

Transparenz

Der Duden – Die deutsche Rechtschreibung[1] bietet mit den der Transparenz zugeordneten Begriffen Durchsichtigkeit und Durchschaubarkeit, keine umfassende Erklärung zur Bedeutung des Begriffes. Er gibt aber, gerade mit dem zweitgenannten Begriff, einen guten Ansatzpunkt für das Verständnis im Sinne der vorliegenden Arbeit. Die Erklärung dieses Ansatzpunktes findet sich im Duden – Das Fremdwörterbuch[2]: Bei Transparenz geht es daher sinngemäß um die Deutlichkeit, die Verstehbarkeit und das Erkennbarsein von Informationen, ungeachtet des vorliegenden Sachverhalts oder dessen Darstellung. Naturgemäß setzt dies wiederum den Willen zur Vermittlung voraus.

Mit Bezug auf diese Arbeit ist mit der soeben definierten Transparenz, die Darstellung des Handelns einer kleinen spendensammelnden Organisation gemeint.

Kleine spendensammelnde Organisation

Allgemein sind mit kleinen spendensammelnden Organisationen im Sinne dieser Arbeit diejenigen gemeint, von denen in Hinblick auf den erforderlichen Kosten- und Zeitaufwand, nicht erwartet werden kann, sich zusätzlichen, extern überwachten Selbstverpflichtungen und Zertifizierungen zu unterwerfen. Die Höhe der Einnahmen dieser Organisationen steht bei ihnen in keinem Verhältnis zum hierfür einzugehenden Aufwand.

Die im Dritten Sektor Deutschlands bekanntesten Selbstverpflichtungen und Zertifizierungen dürften die Leitlinien und Ausführungsbestimmungen zum DZI Spenden-Siegel[3], die Selbstverpflichtung der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrates e. V.[4] und der VENRO-Verhaltenskodex Transparenz - Organisationsführung - Kontrolle[5] des VENRO e. V. sein. Es sind jeweils entweder Zertifizierungs- oder Mitgliedsbeiträge zu tragen. Daher ist es sinnvoll, die Bemessungsgrenzen dieser Kosten[6] heranzuziehen, die sich aus den jährlichen Einnahmen[7] einer Organisation ergeben. Diese Bemessungsgrenzen sind dabei als sinnvolle[8] Untergrenzen zu interpretieren. Die Kosten ergeben Einnahmesummen zwischen 60.000 EUR im teuersten und 52.000 EUR im günstigsten Fall.

Unter einer kleinen spendensammelnden Organisation wird daher eine Organisation verstanden, die bis zu 50.000 EUR[9] jährliche Einnahmen hat. Hierbei lassen sich die jährlichen Einnahmen, bei einer Durchschnittsspendenhöhe von 33 EUR[10], in 1.515 Spenden aufteilen. Folgt man der statistischen Normalverteilung liegen davon 248 im Bereich zwischen 58 und 108 EUR[11] während lediglich 8 höher als 108 EUR sind.

Obschon dies meiner Meinung nach eine beachtenswerte Größe darstellt, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass bei Organisationen dieser Größe die Strukturen, gerade im Finanzbereich, vorwiegend dem erforderlichen Mindestmaß entsprechen, als daß sie deutlich ausgeprägt sind. Auch wird niemand im Non-Profit-Sektor in Abrede stellen, daß es sich bei einer Organisation dieser Größe um eine kleine, wenn nicht gar sehr kleine, Organisation handelt.

Eine kleine spendensammelnde Organisation wird weitaus überwiegend als juristische Person in Form eines eingetragenen Vereins[12] geführt denn als Stiftung[13] oder gemeinnütziges Unternehmen[14]. Der eingetragene Verein steht daher im Fokus der Betrachtungen, da hier zudem die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle am schwächsten ausgeprägt ist und er bspw. nicht dem Stiftungs- oder Handelsrecht unterworfen ist.



  1. DUDENREDAKTION (Hrsg.): Bd. 1. Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 22. Aufl. Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2000. S. 975, Sp. 2.
  2. DUDENREDAKTION (Hrsg.): Bd. 5. Duden. Das Fremdwörterbuch. 5. Aufl. Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 1990. S. 789, Sp. 3.
  3. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) (Hrsg.): DZI Spenden-Siegel. Leitlinien und Ausführungsbestimmungen. Berlin 2006.
  4. Deutscher Spendenrat e. V. (Hrsg.): Selbstverpflichtung der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrates e. V., Berlin 2007.
  5. VENRO - Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (Hrsg.): VENRO-Verhaltenskodex. Transparenz - Organisationsführung – Kontrolle. Bonn 2008.
  6. Als jährliche Kosten wurden die durchschnittlichen Kosten, gleichmäßig über den Zeitraum von zehn Jahren verteilt, herangezogen.
  7. Die Ermittlung der Einnahmen wird jeweils nicht in identischer, aber doch ähnlicher Weise vorgenommen, so daß hier von quasi übereinstimmenden Bemessungsgrenzen ausgegangen wird.
  8. Vgl. den ersten Absatz dieses Abschnittes
  9. Der leicht von der sinnvollen Bemessungsgrenze abweichende Betrag von 50.000 EUR wurde deshalb gewählt, da dieser eher als statistische Abgrenzung verwendet werden wird, als der Betrag von 52.000 EUR.
  10. GfK CharityScope: „Bei welchen Zahlungswegen fallen die höchsten Einzelspenden an?“, 2004/2005, geglättet
  11. DNS Infratest Deutscher Spendenmonitor: „Wie viel wird von Spendern in Deutschland im Durchschnitt gespendet?“, 2005
  12. Industrie- und Handelskammer zu Berlin: „Eingetragene Unternehmen bundesweit (häufigste Rechtsformen)“, 2009. Es gibt bundesweit 393.887 im Vereinsregister eingetragene Vereine.
  13. Bundesverband Deutscher Stiftungen e. V.: „Stiftungen in Zahlen 2009“, Februar 2010. Es gibt 17.372 Stiftungen, von denen ungefähr 90 % gemeinnützig sind.
  14. Vgl. Roland P. Weber: „Gemeinnützige GmbH“, 2006. Es gibt gut 4.000 gGmbHs. Sie stellen die häufigste Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft.

Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Der Inhalt dieser Seite steht unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“.

Fundraiser

Fundraising Akademie

fundraising-bookmarks

FUNDRAISINGTAGE

Fundraising %26 Sozialmarketing

Soziales InterNet Netz (SINN-X)

Stiftung %26 Sponsoring

united communications