Artikel:Kinderpatenschaften

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Bei Kinderpatenschaften handelt es sich zumeist um eine regelmäßige Spende für ein bestimmtes Projekt einer Hilfsorganisation. Den Paten wird ein bestimmtes Kind genannt, das - allerdings nicht alleine - von ihrer Hilfe profitiert und mit dem der Pate z. B. brieflichen Kontakt pflegen kann. Kinderpatenschaften sind ein besonders erfolgreiches Fundraisinginstrument. In der Regel sind Paten langjährige Dauerspender und garantieren somit kalkulierbare Einnahmen. Da sie mit ihrer Spende ein bestimmtes Kind verbinden, stellen sie die Patenschaft zumeist nicht - auch nicht zugunsten eines anderen Spendenzweckes - vor dem 18. Geburtstages des Kindes ein. Die Spendenhöhe liegt meist bei etwa 30 € bis 50 € monatlich. Ein besonderer Vorteil ist, dass nicht um jede Spende kostenintensiv geworben werden muss. Die Danksagung erfolgt besonders effektiv häufig direkt über das Kind.

Hinweis Dieser Artikel wurde nicht mit Quellenangaben versehen. Weitere Hinweise zu den fehlenden Quellen wurden auf der Diskussionseite angegeben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursprungsidee

Die Idee von Kinderpatenschaften geht auf einen amerikanischen Kriegskorrespondenten zurück. Bob Pierce begann während des Koreakrieges im Jahr 1950 bei seinen amerikanischen Mitbürgern für koreanischen Waisenkinder Spenden zu sammeln. 1953 startete er ein Programm, bei dem einzelne Kinder eine direkte monatliche Unterstützung von Spendern erhielten.

Bis in die achtziger Jahre war es bei den meisten Patenschaftsorganisationen üblich, dass das gespendete Geld direkt dem Patenkind zugute kam. Zum Beispiel wurde damit der Schulbesuch, seine Gesundheitsversorgung oder die Kleidung finanziert. Diese Praxis hatte jedoch zur Folge, dass einzelne Kinder innerhalb einer Familie oder Gemeinschaft stark privilegiert waren und sich an den Ursachen der Not nichts oder wenig änderte. Nach starker Kritik in den 1970er und 1980er Jahren gingen international fast alle Organisationen die Patenschaften anbieten, dazu über die Einnahmen aus Kinderpatenschaften für dringende Verbesserungen im Gemeinwesen einzusetzen.

[Bearbeiten] Kritik

Kinderpatenschaften erwecken häufig - den mittlerweile meist falschen - Eindruck beim Spender, das Geld käme direkt bestimmten Kindern zugute. Die Paten verbinden somit bei der Übernahme einer Patenschaft die Erwartung, dass „ihr“ Kind bestens versorgt sei. Sie fühlen sich teilweise hintergangen, wenn ein Kind, selbst aus von der Hilfsorganisation nicht zu verantwortenden Gründen, beispielsweise die Schule abbricht oder medizinisch nicht optimal versorgt ist. Die Organisationen setzen gleichwohl auf die emotionale Bindung des Spenders zu diesem bestimmten Kind und vermitteln dem Spender die Erwartung, dass das Kind durch seine Hilfe optimale Startbedingungen fürs Leben bekommt. Der Pate kann sich „sein Kind“ nach Alter, Geschlecht und Herkunft quasi wie „aus dem Katalog“ aussuchen. Hierin wird teilweise eine Instrumentalisierung der Kinder gesehen. Die Briefkontakte, sowie die nicht seltenen Wünsche der Paten, sich genauer über die Situation des Kindes zu informieren, bedeuten Verwaltungsaufwand. Viele Hilfsorganisationen verzichten aufgrund der grundsätzlichen Kritik, selbst auf Nachfrage, auf die Vermittlung von Kinderpatenschaften.

[Bearbeiten] Ethik

Weltweit betrachtet allein die schweizerische Spenden-Zertifizierungsstelle Stiftung ZEWO Kinderpatenschaften als ethisch bedenklich und verweigert entsprechenden Non-Profit-Organisationen (NPOs) ihr Siegel. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) empfiehlt Patenschaften, sofern Spender ausreichend über die Mittelverwendung informiert werden.

[Bearbeiten] Patenschaften zur Regionalentwicklung

Viele Organisationen reagierten auf die Kritik, indem sie die aus Kinderpatenschaften eingeworbenen Gelder nicht mehr zur Einzelförderung sondern für die Entwicklungszusammenarbeit nutzen. In der Regel machen die Organisationen in ihrer Spendenwerbung transparent, dass mit den Mitteln Projekte innerhalb einer regionalen Gemeinschaft finanziert werden. Diese Projekte sind meist auf Nachhaltigkeit angelegt und beziehen sich häufig auf die Bereiche wirtschaftliche Entwicklung, Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung. Die Kinderpatenschaftsorganisationen argumentieren, dass mit den Spendengeldern den Kindern der geförderten Region so nicht nur in der Gegenwart sondern, z. B. zur Vermeidung der Landflucht, auch in der Zukunft geholfen wird. Ungeachtet ihrer spezifischen Struktur als „Patenschaftsorganistion“ müssen sich diese Hilfswerke auch an den Standards der internationalen Entwicklungszusammenarbeit messen lassen. Dies bedeutet die Einbeziehung der regionalen Bevölkerung und Institutionen ebenso wie die Achtung kultureller Eigenheiten.


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