Artikel:Positionierung des Fundraisings

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Mit der Positionierung des Fundraisings ist die organisatorische Einbindung des Fundraisings innerhalb einer Non-Profit-Organisation (NPO) gemeint. Nur die richtige Positionierung innerhalb des Aufbaus und der Abläufe einer Organisation ermöglich ein erfolgreiches Fundraising.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Problemstellung

In vielen Organisationen ist das Fundraising nicht richtig oder nur unzureichend organisatorisch verankert, so dass sowohl dessen Effektivität sowie auch Effizienz intern unnötig eingeschränkt sind und behindert werden. Gerade in Situationen in denen entweder das Fundraising innerhalb gewachsener Strukturen aufgebaut oder die Wirksamkeit des Fundraisings innerhalb eines zeitlich befristeten Rahmens getestet werden soll, kommt es zwangsläufig zu erfolgshemmenden Problemen. Sie entstehen häufig auch sofern falsche Vorstellungen von dessen Funktionen und Anforderungen bestehen.

[Bearbeiten] Organisatorische Einbindung

Fundraisingarbeit ist eine ausgewiesene Schnittstellenarbeit, die Allroundkenntnisse erfordert. Die Tätigkeit besteht in der Koordination oder Erledigung verschiedenster Aufgaben. Diese reichen bspw. von der Budgetplanung und -verwaltung, über die Spenderbetreuung sowie die Projekt- und Kampagnenkonzeption mitsamt deren Begleitung, bis hin zur Betreuung und Motivierung von Freiwilligen.

[Bearbeiten] Aufbauorganisation

Das Fundraising soll und muss daher zentral dem Management, also dem Vorstand und der Geschäftsführung zugeordnet werden. Es empfiehlt sich dies in Form einer Stabsstelle mit Entscheidungs- und fachlicher Weisungsbefugnis umzusetzen.

Eine Anbindung an die Öffentlichkeitsarbeit, das Finanzwesen oder andere Fachaufgabenbereiche sollte vermieden werden. Am ehesten ist noch eine Anbindung an die Öffentlichkeitsarbeit denkbar, da dort ebenso die Kommunikation nach Außen im Vordergrund steht. Dennoch handelt es sich bei beiden Tätigkeiten um zwei verschiedene Tätigkeiten mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Dessen sollte man sich bewusst sein, gerade wenn eine einzelne Person beide Funktionen wahrnimmt, wie das bei kleinen Organisationen der Fall ist. Auch bei kleinen Organisationen muss das Fundraising einer bestimmten Person zuordnenbar sein, die sich, ungeachtet dessen welche Aufgaben diese Person zusätzlich noch erfüllt, dafür verantwortlich fühlt. Diesbezüglich dürfen sich kleine Organisationen nicht von mittelgroßen und großen Organisationen unterscheiden, wo dies selbstverständlich ist, bzw. sein sollte.

[Bearbeiten] Ablauforganisation

Die Entscheidungs- und fachliche Weisungsbefugnis des Fundraisings ergibt sich aus der vorher beschriebenen Schnittstellenfunktion, die es innehat. Bei den meisten Aktivitäten einer Organisation ergibt es sich quasi zwangsläufig, dass das Fundraising hinzugezogen werden muss. Für alle Aktivitäten kann man Menschen außerhalb der Organisation begeistern und um Unterstützung bitten, sofern sie unter Berücksichtigung von Fundraisinggesichtspunkten durchgeführt und dargestellt werden. Dies kann beispielsweise eine Veranstaltung, die Erstellung einer Imagebroschüre oder die Gestaltung der Website betreffen. Aber auch bei der Budgetplanung für das nächste Jahr oder die Einführung einer neuen Software für die Verwaltung der Organisation muss das Fundraising (Stichwort: Database) unbedingt einbezogen werden. Ein Fundraising, dass in diesen Fällen nicht mitentscheiden kann, ist zum Scheitern verurteilt.

Die benannten Beispiele machen deutlich, dass das Fundraising voll in die einzelnen Prozesse und Arbeitsabläufe der Organisation einbezogen werden muss. Diesem Erfordernis wird man, wie bereits dargestellt, durch die prominente Verortung innerhalb des Aufbaus der Organisation gerecht. Aber auch die Vorstände oder die Geschäftsführung müssen von der besonderen Bedeutung des Fundraisings überzeugt sein und dessen Einbindung fordern und fördern.

[Bearbeiten] Weitere Erfordernisse

[Bearbeiten] Fachliche Akzeptanz

Es ist auch wichtig, dass der fachliche Rat durch das Fundraising für dessen Verantwortungs- und Aufgabenbereich Gehör findet und akzeptiert wird. Das gilt für Vorstand und Geschäftsführung ebenso wie für die verschiedenen weiteren Fachbereiche einer Organisation. Gerade wenn von Haus aus kaum Fundraisingkompetenz vorhanden ist, sollten die Vorschläge des Fundraisings gehört und ernsthaft erwogen werden, ungeachtet dessen ob sie zunächst vielleicht sogar unannehmbar wirken. Kaum etwas ist für das Fundraising nachteiliger als bereits organisationsintern gehemmt zu werden. Die Gleichwertigkeit des Fundraising im Rahmen der Abläufe und Entscheidungsprozesse innerhalb einer Organisation muss gewährleistet sein.

[Bearbeiten] Eigenverantwortliches Budget

Das Fundraising muss von der Organisation zudem ein eigenständiges Budget zugesprochen bekommen, über das es weitgehend frei verfügen kann. Dieses Budget wird vom Fundraising genutzt, um beispielsweise neue Ideen und Konzepte in Hinblick auf die Zielgruppe der jeweiligen Organisation erproben und testen zu können (z. B. Testmailings). Hintergrund ist, dass nicht jede Methode der Ansprache bei unterschiedlichen Organisationen gleichermaßen erfolgreich ist. Nur systematisches Sammeln von Erfahrungen ermöglicht hier Aufschluss.

Es gibt auch Organisationen die über eine straffe Jahres- und Budgetplanung verfügen, die kaum oder nur wenige Spielräume hinsichtlich Veränderungen am Gesamtbudget zulässt. Hier kann das Fundraising sein Budget im Fall von unvorhergesehenen Ereignissen, bspw. im Rahmen des Not- und Katastrophenfundraisings einsetzen. Es hat so die Möglichkeit umgehend zur reagieren, wenngleich nicht vollumfänglich. Auf diese Weise kann man möglicherweise auch die Zeit gewinnen, die benötigt wird, um Entscheidungen über ein höheres Budget herbeizuführen, das der unvorhergesehenen Situation angepasst ist.

[Bearbeiten] Literatur

  • Marita Haibach: Handbuch Fundraising: Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-593-37934-0, S. 95ff.
  • Gerhard Wallmeyer: Strategische Positionierung des Fundraisings. In: Fundraising-Akademie (Hrsg.): Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden. 4. aktualisiere Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008. ISBN 978-3-8349-0820-9, S. 101ff.

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