Mai 2017 – 8 Jahre Fundraising-Wiki

Artikel:Online-Fundraising

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Unter Online-Fundraising werden alle Fundraisingmaßnahmen zusammengefasst, mit denen von Non-Profit-Organisationen (NPOs) über das Internet Spenden generiert werden sollen. Mit verschiedenen Zahlungssystemen, wie Lastschrift, Kreditkarte oder „Click&Buy“ können die Spenden online direkt ausgelöst werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergründe

Das Internet ist das sich am rasantesten entwickelnde Medium. Inzwischen verfügen über 60 Prozent der Deutschen über einen eigenen Internetanschluss. Die höchsten Zuwachsraten sind bei den über 50-jährigen zu finden[1], die traditionell zum aktivsten Spenderklientel gehören. Auch der Geldtransfer findet zunehmend im Internet statt, E-Commerce und Online-Banking finden eine immer weitere Verbreitung.

Diese Entwicklungen zeigen auf, dass Online-Fundrasing nicht nur eine lohnende Investition in die Zukunft ist, sondern für Organisationen ab einer bestimmten Größe sogar eine Voraussetzung dafür ist, im umkämpften Spendenmarkt zu bestehen.

[Bearbeiten] Vorteile

Online-Fundraising ergänzt den Vorteil der Personalisierung und zielgruppengenauen Ansprache eines postalischen Mailings um die Möglichkeit der direkten Interaktion seitens der User. Online-Fundraising ist zudem deutlich schneller als herkömmliche Fundraising Medien. Die Aktualität des Internets ermöglicht es Organisationen sich , z. B. nach Katastrophen, binnen kürzester Zeit mit einem maßgeschneiderten Spendenaufruf auf ihrer Website oder per E-Mailing an die Öffentlichkeit zu wenden. Gute multimediale Ansprache, z. B. über Videos, bietet die Non-Profit-Organisationen (NPOs) die Möglichkeit Nutzer einfacher zu aktivieren und emotional zu involvieren, um sie für die Vision einer NPO zu begeistern.

Die leichte Reproduzierbarkeit von Werbemitteln und Kostenstruktur von Online Werbemaßnahmen kommen auch kleineren, unbekannteren NPOs zugute, denen andere Marketinginstrumente ressourcenbedingt nicht zur Verfügung stehen. Weitere Vorteile des Online Fundraisings sind, dass Online-Spender alle erforderlichen Schritte der Transaktion in nur einem Medium vornehmen können und das alle Maßnahmen im Netz mess- und kontrollierbar sind (Webanalytik/Tracking). So lässt sich die Gefahr von Misserfolgen minimieren.[2]

Mit einem gut strukturierten Spendenbereich auf der Website können unterschiedliche Zielgruppen gezielt angesprochen werden. Viele Organisationen hoffen insbesondere, über das Internet auch jüngere Spendergruppen zu gewinnen, wobei die ältere Generation - die bisherigen Stammspender - im Internet immer aktiver werden.

Die durchschnittliche Online Spende ist deutlich höher als die herkömmliche Spende, wenn sie über ein Spendenformular auf der Homepage der NPO getätigt wird. Für Spenden in Spendenplattformen trifft das hingegen nicht zu. Die höchsten Durchschnittsspenden werden i.d.R. via Kreditkarte gefolgt von der Lastschrift erzielt. Junge Bezahlverfahren wie PayPal finden insbesondere bei der internetaffinen Generation einen großen Zuspruch. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dem Spender möglichst eine Auswahl der beliebtesten Internet-Bezahlverfahren für seine Spende anzubieten.

[Bearbeiten] Praxisbeispiele und Instrumente

  1. Spendenbutton mit Spendenformular
  2. Online-Spendenportale (bspw. www.schlaganfall-helfen.de)
  3. Online-und Suchmaschinen-Marketing (bspw. Suchmaschinenanzeigen wie Google Adwords und Google Grants
  4. Online-Spendenformular als Open Source Software für Webseiten von Non Profits (online-spendensysteme.de)
  5. Spielerische und kreative Spendentools (bspw. www.welthungerhilfe.de)
  6. E-Mailings und Newsletter, die in regelmäßigen Abständen und zu besonderen Anlässen wie z. B. in der Weihnachtszeit oder bei Katastrophen versendet werden.
  7. Spendenapplikationen für soziale Netzwerke wie facebook und studiVZ (bspw. helfomat)
  8. Spendenplattformen, bei denn der Nutzer zum Fundraiser wird. (bspw. amnesty-in-bewegung.de)
  9. Spendenaktionsplattformen, bei denen Personen Online-Sammelaktionen für NPOs starten und dabei ihren Freundeskreis aktivieren können. (bspw. www.helpedia.de)
  10. Schnell integrierbare Spendensoftware für die eigene Website. (bspw. www.altruja.de)
  11. Spendenformulare mit automatischer Zahlungsabwicklung, die sich ohne Programmierkenntnisse in Webseiten einbinden lassen (bspw. www.spendino.de)
  12. „Web 2.0“-Spendensammelwerkzeuge und Online-Spenderverwaltung (bspw. www.fundraisingbox.com)
  13. Online Campaigning und Online Fundraising Tool (bspw. www.campaignion.org)

[Bearbeiten] Grundregeln

  1. Die Website ist Grundlage für das Onlinefundraising und sollte professionell, benutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet und programmiert werden.
  2. Ein Spendenbutton, der von der Startseite und allen Unterseiten aus zugänglich ist und direkt zu einem Spendenformular führt.
  3. „Content ist King“: Der Spendenbutton allein reicht nicht aus, potenziellen Spendern muss über wichtige und interessante Informationen über die Organisation und ihre Projekte ein Anreiz geboten werden, die entsprechende Website zu besuchen.Ist der potenzielle Spender bereits auf dem Spendenformular gilt es, ihn nicht unnötig mit weiteren Informationen abzulenken. Weniger ist hier mehr.
  4. Glaubwürdigkeit und Sicherheit: Es ist zu empfehlen, dass DZI Spenden-Siegel auf allen Unterseiten des Online-Spendenbereichs gut sichtbar zu platzieren. Auch Hinweise zur Datensicherheit, wie SSL-Verschlüsselung dürfen nicht fehlen.
  5. Der Fundraiser sollte sich bei der Gestaltung des Spendenformulars die Frage stellen, welche Daten er unbedingt benötigt. Zu komplexe Spendenformulare schrecken den potenziellen Spender im Zweifel ab. Es empfiehlt sich, optionale Angaben an das Ende des Spendenvorgangs zu stellen. Ein Spendenvorgang in mehreren Schritten ist grundsätzlich sinnvoll. Beginn sollte der Vorgang lediglich mit der Auswahl des Spendenbetrags.
  6. Die Website mit Online-Spenden-Optionen muss durch Begleitmaßnahmen wie Suchmaschinen-Optimierung und Suchmaschinen-Marketing ergänzt werden, damit sie von potenziellen Spender auch gefunden wird - und Erstspender gewonnen werden. So kann eine Website zum Beispiel für spezifische Begriffe (Keywords) wie z. B. „Spenden + Malaria“ optimiert und über Google AdWords beworben werden.
  7. Online-Fundraising als Kanal im Multichannel-Fundraising: Die Möglichkeit zur Online-Spende muss auch über Offline-Kommunikationsinstrumente beworben werden. In einem postalischen Mailing sollte z. B. auf die Möglichkeit zur Online-Spende hingewiesen werden. Auf der anderen Seite sollte im Internet auch die Möglichkeit angeboten werden, Überweisungsträger postalisch zu bestellen. Denn die Spender haben unterschiedliche Präferenzen, die entsprechend bedient werden sollten.

[Bearbeiten] Ausblick

In den letzten Jahren ist im Online-Fundraising eine starke Professionalisierung zu beobachten; die Instrumente differenzieren sich zunehmend aus. Immer mehr gemeinnützige Organisationen nutzen z. B. Weblogs und Gästebücher um Befürworter zu involvieren und ihre Spender zu binden.

Mit Videos auf Youtube, Profilen in Sozialen Netzwerken wie Facebook sowie Twitterfeeds können jüngere Zielgruppen angesprochen und animiert werden, die fundraisinggerechte Website zu besuchen. Die Möglichkeiten für Non-Profit-Organisationen sind hier nahezu unbegrenzt und werden sich mit der Entwicklung des Internets entsprechend ausweiten.

[Bearbeiten] Literatur

Bücher
Sonstiges
  • FUNDIERT WISSEN, Fokus: Online-Fundraising, 1. Ausgabe Oktober 2006, (PDF; 0,7 MB)
  • FUNDIERT WISSEN, Fokus: Online-Fundraising, 2. Ausgabe März 2007, (PDF; 4,2 MB)

[Bearbeiten] Weblinks


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