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Artikel:Dritter Sektor

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Der Dritte Sektor ist ein weiteres Synonym der Zivilgesellschaft. Der Dritte Sektor wird im Deutschen häufig als Non-Profit-Sektor oder NPO-Sektor bezeichnet. Er ist als dritter Teil einer Trichotomie neben den idealtypischen Polen von „Markt“ und „Staat“ angeordnet. Er weißt gemäß der Definition eines mehrere Länder umfassenden und komparativen Forschungsprojektes der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, folgende Charakteristika auf.

Zum Dritten Sektor zählen Organisationen mit einer formellen Struktur, die nicht vom Staat abhängig sind und nicht nach ökonomischem Gewinn streben. Deren Verwaltung liegt in den eigenen Händen. Der Argumentation von Haibach folgend, werden sie allerdings durch einen gewissen Grad von freiwilligen Beiträgen finanziert (vgl. HAIBACH 2002, S. 28 ff.). Die Zahl der zum Dritten Sektor zählenden Organisationen in Deutschland beträgt rund eine Million. Dahinter verbergen sich Bürgerinitiativen, Vereine, aber auch international agierende Nichtregierungsorganisation (NROs), Stiftungen und viele mehr. Das entscheidende Merkmal ist das Prinzip der Freiwilligkeit (vgl. STRACHWITZ 2007, S.14).

Ein Zahlenvergleich des Dritten Sektors hierzulande mit dem in den USA verdeutlicht, dass dieser, entgegen häufig geäußerten Auffassungen, auch in Deutschland großen Zuspruch erfährt. Zehn Millionen Menschen, das entspricht knapp acht Prozent der Arbeitskräfte, sind in den USA beschäftigt (vgl. PRILLER/ZIMMER 2006, S. 76). An die 100 Millionen Menschen sind ehrenamtlich engagiert und der Sektor selbst hat einen Anteil von zehn Prozent an der heimischen Wirtschaft (vgl. NACC 2004, S. 3). Aktuell werden im ganzen Land 97 Kurse im NPO-Management angeboten. Einen Hochschulabschluss kann man an sechs Institutionen erwerben. Den Absolventen stehen offenbar zahlreiche Karriereoptionen bevor. Momentan besteht im NPO-Sektor ein enormer Fachkräftemangel. Holland vermeldet, dass 60 Prozent der Akteure des Sektors ausgebildete Manager benötigen. Die starke Nachfrage sei bedingt durch eine hohe Anzahl an NPO und liege zum Teil an der Pensionierung älterer Angestellter (vgl. HOLLAND 2007).

Auch in Deutschland „boomt“ der Dritte Sektor. Rund 23 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich in und für die Zivilgesellschaft. 2,5 Millionen professionell Beschäftigte in einer Branche ist ein Rekord auf dem hiesigen Arbeitsmarkt (vgl. STRACHWITZ 2007, S. 14; PRILLER/ZIMMER 2006, S. 69 ff.). Hinsichtlich seiner arbeitsmarktpolitischen Relevanz dominieren die Bereiche Bildung und Forschung - neben den Bereichen Soziale Dienste und Gesundheit - den NPO-Sektor. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist hier von 131.450 im Jahr 1990 auf 168.000 im Jahr 1995 gestiegen. Dies entspricht einem Anteil von rund 12 Prozent aller Beschäftigten des Dritten Sektors. Gleichzeitig engagieren sich vergleichsweise wenig freiwillige oder ehrenamtliche Mitarbeiter für Bildung und Forschung. Tatsächlich erfordert der Ausbildungsbereich an Hochschulen spezielle Kenntnisse und ist daher sehr beschäftigungsintensiv (vgl. ebd.).

[Bearbeiten] Literatur

  • HAIBACH, M., Handbuch Fundraising : Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis: Campus-Verlag: Frankfurt/Main; New York 2002.
  • HOLLAND, T. In: Weinman, Melissa, Nonprofit sector yields many jobs, The Red and Black, 30.04.2007, [1], Zugriff am 12.05.2007.
  • NONPROFIT ACADEMIC CENTERS COUNCIL (Hrsg.), Curricular Guidelines for Graduate Study in Philantropy, the Nonprofit Sector and Nonprofit Leadership, Second Edition, 2004, [2], Zugriff am 10.05.2007.
  • PRILLER, E./ZIMMER, A., Der Nonprofit-Sektor oder Dritte Sektor in Deutschland, In: Fundraising Akademie (Hrsg.), Fundraising: Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden, 3. Auflage, Gabler: Wiesbaden 2006, S. 56 - 79.
  • STRACHWITZ, GRAF, R., Bekommt die Zivilgesellschaft neue Rahmenbedingungen? In: Stiftung & Sponsoring – Das Magazin für Non-Profit-Management und –Marketing, Ausgabe 1/2007, Februar 2007, Stiftung & Sponsoring Verlag GmbH: Verl, S. 14 - 15.
  • PURTSCHERT, R., SCHWARZ, P., HELMIG, B., SCHAUER, R., HAID, A., Das NPO Glossar, Haupt Verlag: Bern – Stuttgart - Wien 2005, ISBN 3-258-6884-4.

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